Seoul ist intensiv stimulierend für Familien, von den großen Höfen des Gyeongbokgung-Palastes bis zu den neonbeleuchteten Beauty-Läden in Myeongdong, und das Essen auf jeder Ebene ist außergewöhnlich. Tosokchon nahe dem Palast ist berühmt für seine Ginseng-Hühnersuppe, ein langsam gegartes ganzes Hühnchen, das schmeckt, als wäre es speziell für müde Reisende gemacht. Die ruhigere Seite von Seoul findet ihr in Mullae-dong, einem ehemaligen Industriegebiet, in dem junge Künstler die Werkstätten übernommen und in Galerien und Studios verwandelt haben. Ladet vor der Ankunft Naver Map oder KakaoMap, denn Google Maps funktioniert in Korea schlicht schlecht. Der Seoul-Guide von FamiVentura bietet 15 Empfehlungen pro Kategorie, 2-Tages- und 5-Tages-Reisepläne, einen Vierteführer und einen Survival-Guide für eine Stadt, die schnell läuft, aber jene belohnt, die langsamer machen.
Wo man übernachtet und wie sich jedes Viertel anfühlt
Myeongdong
Myeongdong ist Seouls intensivstes Viertel – im besten wie im schlechtesten Sinne. Eine rein für Fußgänger gesperrte Straße, gesäumt von sechsstöckigen Gebäuden, die vor Neon-K-Beauty- und Modemarken nur so strotzen. Zur Stoßzeit pulsieren die Straßen mit bis zu zwei Millionen Besuchern täglich. Streetfood-Stände dampfen mit gegrilltem Tintenfisch und Hotteok-Pfannkuchen, Straßenmusiker spielen auf jeder Ecke Coverversionen, und in der Luft liegt eine Energie, die zwischen Aufregung und Erschöpfung pendelt. Kinderwagen kommen hier wegen des Fußgängergedränges kaum vorwärts – weniger praktisch als aufregend. Wer vor 10 Uhr kommt, umgeht den Ansturm ab 11 Uhr, wenn es kaum noch möglich ist, geradeaus zu gehen. Das Viertel ist komplett kommerziell und hat keinen Wohncharakter; es ist einzig fürs Einkaufen und Essen ausgelegt. Ideal für Feinschmecker und Jugendliche, die den Puls Seouls spüren wollen – anstrengend für Kleinkinder und alle, die Ruhe suchen. Die Menschenmassen lassen nie wirklich nach, aber morgens ist es noch halbwegs erträglich. Mit dem Auto anzureisen ist praktisch aussichtslos.
Tipps
Früh morgens kommen, um den Massen zu entgehen
Koreanische Beautymarken hier gut vertreten
Straßenkünstler sorgen für Unterhaltung
EinkaufenStraßenessenEnergeticYoung
Gangnam
Gangnam ist Seouls Reichtum auf Schautour. Breite, glänzende Straßen mit Flagship-Stores von Luxusmarken, die man andernorts nur in Einkaufszentren findet – das Flair ist aggressiv gehoben und geschäftsmäßig. Die Architektur ist neu, glaslastig und gezielt repräsentativ. Der Gangnam Park bietet etwas Grün und einen sicheren Platz für Kinder, umgeben von der kontrollierten Ordnung teuren Stadtdesigns. Die Restaurants sind ausgezeichnet und entsprechend teuer; gehobenem koreanischen Essen begegnet man hier häufiger als erschwinglichem Streetfood. Kinderwagen rollen auf gepflegten, sicheren Straßen problemlos, alles ist modern und bequem. Der Nachteil: null Charakter, null gelebtes Viertelsleben. Es wirkt wie ein Luxuskaufhaus, das sich zu einem Stadtviertel ausgedehnt hat. Kleinkinder werden das weder bemerken noch vermissen, aber Familien, die das echte Seoul erleben wollen, empfinden es als steril und seelenlos. Für gehobenes Essen und Shopping hervorragend, ansonsten problemlos zu überspringen.
Tipps
Teures Viertel – Budget entsprechend einplanen
Designershops vorhanden
Saubere und moderne Straßen
WealthyModernFashionLuxury
Hongdae
Hongdae lebt von organisiertem Chaos rund um die Kunsthochschule Hongik und einer bewusst alternativen Identität. Die Straßen sind mit wechselnden Graffiti bespritzt (die Einheimischen nennen es Straßenkunst), enge Fußgängergassen sind vollgepackt mit Indie-Plattenläden, Vintageklamotten und Themencafés, die auf wundersame Weise nebeneinander existieren, ohne touristisch zu wirken. Die Energie fühlt sich jung und kreativ an – nicht poliert für Besucher. Das Nachtleben ist lebhaft mit Live-Musikbühnen und später Straßenkultur; das macht den Tagesbetrieb für Familien weniger ideal. Tagsüber ist das Viertel gut zu Fuß und macht schulpflichtigen Kindern Spaß, die Straßenkunst und kreative Räume schätzen. Mit Kinderwagen ist es wegen enger Gassen und Stufen etwas mühsamer. Das Viertel unterstützt echte Künstler und Studenten – deshalb günstiges Essen und Secondhand-Shopping statt teurer Boutiquen. Hier spielt Seouls jüngere Generation tatsächlich, und das fühlt sich im Vergleich zu kommerziellen Shoppingvierteln erfrischend echt an.
Tipps
Abends kommen für das lebhafte Flair
Straßenkunst wechselt ständig
Nachtleben ausgezeichnet
ArtisticTrendyNightlifeKreativ
+5 weitere Stadtviertel
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Itaewon
Itaewon ist Koreas Eingangstür für internationale Besucher. Das Viertel entstand rund um einen nahe gelegenen US-Militärstützpunkt und entwickelte sich zu Seouls kosmopolitischstem Mix: Thairestaurants, indische Curry-Häuser, libanesische Bäckereien und internationale Supermärkte neben koreanischen Händlern. Englisch wird hier überall gesprochen, Beschilderungen in englischer Umschrift sind Standard, und die Expat-Community bedeutet, dass Restaurants auf Ernährungsbedürfnisse eingehen – ohne die Sprachbarriere, die in lokaleren Vierteln entstehen kann. Der Namsan Park bietet Grünflächen und Wandermöglichkeiten in der Nähe. Der Nachteil: koreanische Authentizität geht verloren; das echte Seoul-Gefühl sucht man hier vergeblich. Die Straßen sind zu Fuß gut zu erkunden, in Teilen hügelig, was das Kinderwagen-Schieben mal flach, mal bergauf macht. Das Viertel fühlt sich mehr wie ein internationaler Knotenpunkt an als wie koreanisches Leben. Ideal für Familien, die kulinarische Vielfalt und englische Kommunikation schätzen – weniger geeignet für alle, die koreanische Kultur auf eigene Faust entdecken wollen.