Tokio ist eine dieser seltenen Städte, die wirklich für Familien mit Kindern jeden Alters funktioniert, von Kleinkindern, die mit erstaunlicher Leichtigkeit durch die Bahnen kommen, bis zu Teenagern, die in Akihabara oder Harajuku versinken. Die Stadt belohnt die Neugierigen, mit Orten wie Yanaka Ginza, einer Einkaufsstraße aus der Showa-Ära, die nichts mit dem modernen Tokio zu tun hat, eine Zugfahrt entfernt von DisneySea. Für Ramen-Abende lässt euch Ichiran in Shibuya jeden seine eigene Schüssel am Automaten zusammenstellen, ein Hit in jedem Alter. Ein praktischer Tipp, der alles verändert: richtet die Suica auf eurem Handy vor der Landung ein, dann tappt ihr ab Ankunft sofort in Bahnen und Convenience Stores. Der Tokio-Guide von FamiVentura bietet 15 Empfehlungen für Aktivitäten, Essen, Geheimtipps und Ausflüge, dazu 2-Tages- und 5-Tages-Reisepläne und einen Vierteführer für die Wahl der Unterkunft.
Wo man übernachtet und wie sich jedes Viertel anfühlt
Ginza
Ginza ist Tokios Prestige-Adresse, geprägt von polierten Kaufhäusern und gehobenen Restaurants. Mit Kindern ist es jedoch zugänglicher als man denkt. Die Straßen wirken großzügig und hell, und auf den Dächern vieler Einkaufszentren gibt es Dachgärten, wo man durchatmen kann, wenn die Menschenmassen zu dicht werden. Die Yamanote-Linie ist in wenigen Minuten zu Fuß erreichbar und verbindet die Innenstadt wie ein verlässlicher Lebensnerv. Der Tokyo Station ist nah genug für Shinkansen-Ausflüge. Der Haken liegt auf der Hand: Preise, bei denen man auf der Speisekarte zweimal hinschaut. Doch die Infrastruktur für Familien stimmt. Breite Gehwege für Kinderwagen, kleine Parks zwischen den Gebäuden, und Restaurants, die Kinder willkommen heißen, solange sie einigermaßen gesittet sind.
Tipps
Geh früh morgens zum Tsukiji Außenmarkt (6-9 Uhr), wenn es noch ruhig ist und wirklich Einheimische dort sind, nicht Touristengruppen.
Der Hibiya-Park bietet Grünflächen und Spielplätze. Eine echte Auszeit vom Beton, die einen eigenen Nachmittag wert ist.
Übernachte lieber in der Nähe der Yamanote-Bahnhöfe (zum Beispiel Yurakucho) statt tief in Ginza, um etwas Geld zu sparen.
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Koenji
Koenji fühlt sich an, als wäre man in ein paralleles Tokio getreten, in dem die Zeit einen anderen Gang eingeschlagen hat. Enge Gassen voller Vintage-Klamottenläden, kleine Ramen-Restaurants mit handgemalten Schilder und Live-Musiklocals in unmarkierten Kellertüren. Hier ist das Leben echt: Der Fischhändler kennt seine Stammkunden beim Namen. Die JR Chuo-Linie bringt euch in 15 Minuten nach Shinjuku und in 20 nach Shibuya, ihr seid also nicht abgeschnitten von der Stadt. Aber die Stimmung dreht sich darum, in Tokio zu leben, nicht es zu besichtigen. Der Mabashi-Park hat mehrere Spielplätze, die von echten Familien genutzt werden. Man sieht Kinder in Schuluniformen, keine Touristengruppen. Die Gassen sind eng und hügelig, mit Kinderwagen braucht man Geduld, aber das gehört zum Charme.
Tipps
Geh vom Koenji Station aus östlich in die Wohnstraßen. Dort ist das echte Viertel, nicht die belebte Hauptstraße direkt vor dem Bahnhof.
Das Awa Odori Festival im August ist ein Erlebnis. Riesig, bunt, und Kinder werden von der Energie mitgerissen.
Miet ein kleines Apartment für drei oder mehr Nächte, wenn du kleine Kinder hast. Das Viertel zeigt sich zu Fuß viel besser als aus einem Hotel.
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Daikanyama
Daikanyama liegt an der Kreuzung von Stil und Substanz. Schmale, leicht abfallende Straßen säumen Boutiquen, kleine Bäckereien mit echtem Handwerk und unabhängige Cafés, in denen Menschen an Laptops arbeiten oder in Notizbüchern skizzieren. T-Site, der alte Buchhandel- und Kulturraum, gibt dem Viertel seinen Anker und eine intellektuelle Atmosphäre ohne Angeberei. Das ist nicht Tokios Chaos, sondern Tokios kuratierende Ästhetik. Die Familien hier sind oft wohlhabend und international, man hört mehrere Sprachen. Die Hügel sind steil, was Kinderwagen zur Geduldsprobe macht, aber die Architektur entschädigt. Die Tokyu Toyoko-Linie verbindet direkt nach Shibuya und weiter nach Yokohama, und Shimokitazawas Theaterviertel ist zu Fuß erreichbar.
Tipps
Der Weg vom Daikanyama Station bergab ist steil. Mit Kinderwagen lieber die Nebenstraßen erkunden, die sanfter abfallen.
T-Site hat eine gute Buchhandlung mit Café sowie kulturelle Veranstaltungen. Schau vor der Reise in deren Programm.
An Wochenenden tauchen kleine Märkte auf. Frag beim Vermieter oder im Hotel, wo gerade einer stattfindet.
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Azabu-Juban
Azabu-Juban ist das Viertel, in dem Tokios diplomatisches Korps und internationale Führungskräfte ihre Familien großziehen. Hügelige, baumgesäumte Straßen mit niedrigen Gebäuden, Parks überall und Botschaften in ruhigen Wohngegenden. Die Atmosphäre ist bewusst still: Man hört Kinder auf Innenhöfen spielen, sieht Familien beim alltäglichen Viertelsleben. Internationale Schulen in der Nähe prägen das gesamte Bild, es gibt eine internationale Gemeinschaft ohne die aufdringliche Expat-Blase. Die fast schon bergwandertauglichen Hügel machen Kinderwagen zu echten Kraftakten und Radfahren zur Qual, schaffen aber eine ruhige, sichere Umgebung. Die Namboku- und Oedo-Linien verbinden euch trotzdem mit Roppongi, Shinjuku und der Innenstadt, aber das Viertel selbst fühlt sich weit weg vom städtischen Trubel an.
Kulturell
Artsy
Walkable
Tipps
Miet eine Wohnung für eine Woche oder länger. Das Viertel erschließt sich durch den Alltag, nicht durch Tagesausflüge.
Frag Einheimische nach den kleinen Parks. Viele liegen abseits der Hauptstraßen, haben aber hervorragende Spielplätze ohne einen einzigen Touristen.
Die Hügel machen Fahrräder und Roller für Familien unpraktisch. Plane zu Fuß oder mit der U-Bahn.