Istanbul ist eine dieser Städte, die ihre Superlative verdienen, wo die schwebende Kuppel der Hagia Sophia beim Eintreten noch immer eine echte körperliche Reaktion auslöst. Für ein Essen, das eine Fährfahrt wert ist, serviert Çiya Sofrası auf der asiatischen Seite regionale türkische Küche in einem schnörkellosen Lokal, in dem die Tageskarte sich nach der Saison richtet. Für etwas Ruhigeres als die Bosporus-Touristenboote bringt die Fähre zu den Prinzeninseln Familien an pinienbewachsene Küsten, an denen Autos verboten sind und das Tempo komplett heruntergeht. Kauft euch bei der Ankunft eine Istanbulkart für nahtloses Reisen mit Metro, Tram, Bus, Fähre und Standseilbahn. Der Istanbul-Guide von FamiVentura bietet 15 Empfehlungen pro Kategorie, 2-Tages- und 5-Tages-Reisepläne, einen Vierteführer und einen Survival-Guide für eine Stadt, in der sich an jeder Ecke zwei Kontinente begegnen.
Wo man übernachtet und wie sich jedes Viertel anfühlt
Sultanahmet
Hier stehen die größten Werke des Osmanischen Reiches Seite an Seite. Aus dem Hotel tritt man heraus und sieht die Kuppeln der Blauen Moschee über engen Gassen ragen, oder trinkt Kaffee in einem versteckten Innenhof mit Blick auf die Hagia Sophia. Die Dichte an Sehenswürdigkeiten ist beeindruckend, was für kurze Besuche ideal ist, aber von der Dämmerung bis in den Abend Touristenbusse und volle Bürgersteige bedeutet. Für Familien ist es eine gute Basis, wenn die Kinder Interesse an Geschichte haben und Menschenmengen verkraften. Auf unebenem Kopfsteinpflaster wird der Kinderwagen zur Herausforderung, die meisten großen Sehenswürdigkeiten haben aber barrierefreie Zugänge. Der Nachteil: Hier ist alles teurer, und vernünftiges Essen gibt es nur in engen Seitengassen abseits der Touristenströme.
Tipps
Den Gülhane Park früh morgens besuchen, bevor die Massen kommen. Kinder können sich dort gut austoben. Freier Eintritt, mit Spielplatz und Uferweg.
Die Hagia Sophia zur Öffnungszeit (9 Uhr) oder nach 16 Uhr besuchen, um Reisegruppen zu vermeiden. Tickets vorab online buchen.
Abendessen nach 20 Uhr in kleineren Restaurants in Seitengassen wie der Nakilbent Caddesi, wo Einheimische in der Überzahl sind und das Essen günstiger ist.
Central convenientCultural hubHistorischWalkable
Sirkeci
Einst ein geschäftiger Arbeitshafen, hat Sirkeci eine Aufwertung erfahren, ohne dabei seinen Charakter zu verlieren. Der Bahnhof ist ein Wahrzeichen für sich, ein Jugendstilbau, in dem einst die Orient-Express-Züge ankamen. Fünf Minuten zu Fuß und man sieht Fischerboote am Ufer, weitere fünf Minuten und man steht vor der Blauen Moschee. Das Viertel wirkt weniger aufgeräumt als Sultanahmet und bietet günstigere Restaurants und Hotels. Der Gülhane Park liegt direkt hier, weitläufig und am Wochenende voller Familien. Das Viertel ist nicht so poliert, was manche Familien mögen und andere abstößt, aber es ist weniger überfüllt.
Tipps
Die Straßenbahn T1 direkt vom Hotel zu den Sehenswürdigkeiten in Sultanahmet nehmen, statt zu laufen. Spart Zeit und schont den Kinderwagen.
Der Gülhane Park hat freien Eintritt und einen Kinderspielplatz. Vor 10 Uhr oder nach 17 Uhr kommen, um Menschenmassen zu vermeiden.
Abends auf den Hauptstraßen nahe dem Bahnhof bleiben. Die engeren Seitengassen Richtung Wasser sind nach Einbruch der Dunkelheit ruhiger und weniger familienfreundlich.
Central convenientAm WasserBudget friendlyCultural hub
Beyoğlu
Beyoğlu ist das Herzstück der europäischen Seite: Straße um Straße voller Restaurants, Buchhandlungen, Galerien und Bars, bevölkert von Einheimischen und Expats. Die İstiklal Caddesi ist die Hauptader, eine kilometerlange Fußgängerzone, die niemals zur Ruhe kommt. Sie ist bunt und lebendig, kann mit einem Kinderwagen aber chaotisch wirken. Das Viertel hat eine junge Energie und eine ernsthafte Kulturszene. Verlässt man die İstiklal, findet man versteckte Viertel wie Cihangir, ruhigere Wohnstraßen mit osmanischen Häusern und Cafés. Hier lebt das moderne Istanbul wirklich, nicht die Touristenversion. Familien mit älteren Kindern bevorzugen es oft hier, weil es mehr zu erleben gibt als Museumsbesuche.
Tipps
Die İstiklal Caddesi am Wochenende mit Kinderwagen meiden. Stattdessen die ruhigeren Straßen von Cihangir westlich des Taksim-Platzes erkunden, wo echte Familien wohnen.
Den Galata-Turm früh morgens oder am späten Nachmittag besuchen, um Menschenmassen zu umgehen. Der Ausblick über Istanbul lohnt sich für Kinder, die Geografie spannend finden.
Kleine Galerien und unabhängige Kaffeespezialitätengeschäfte in den Seitengassen suchen. Viel bessere Atmosphäre und Preise als auf der İstiklal.
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Ortaköy
Ortaköy liegt direkt am Bosporus unterhalb der ersten Brücke. Der Hauptplatz des Uferviertels wirkt, als würde sich das gesamte gesellschaftliche Leben des Viertels dort abspielen. An Wochenendnachmittagen drängen Familien auf den Platz für Kumpir (gefüllte Backkartoffeln) und Waffeln von Straßenverkäufern, während Brücken- und Bootsverkehr im Hintergrund vorbeiziehen. Die Ufermoschee ist markant und fotografisch dankbar. Es ist lebendig und angenehm, ohne chaotisch zu sein, obwohl es bei gutem Wetter schnell voll wird. Das Viertel erstreckt sich einen Hügel hinauf mit Cafés, Läden und Galerien. Besser für Nachmittagsausflüge als als Dauerbasis geeignet, es sei denn, man mag ständige Geschäftigkeit.
Tipps
Unter der Woche morgens oder abends hinfahren für eine völlig andere, lokale Atmosphäre. Das Wochenende gehört Touristen und Istanbuler Jugendlichen.
Den Kumpir (gefüllte Kartoffeln) bei den Straßenverkäufern auf dem Platz probieren, nicht in Restaurants. Günstiger und besser.
Den Hügel weg vom Ufer hinaufgehen, um ruhigere Straßen mit Galerien und lokalen Cafés zu finden. Die Straßen werden sehr steil, machbar aber nicht kinderwagenfreundlich.
Am WasserTrendy creativeFood districtWeekend escape