Bangkok überrascht die meisten Familien damit, wie gut machbar es ist, sobald ihr aufhört, gegen den Verkehr zu kämpfen, und stattdessen den Fluss nutzt. Die Pendlerboote auf dem Chao Phraya bringen Einheimische an Tempeln und Märkten vorbei, zum gleichen Preis wie für Touristen, und ihr seht die Stadt wirklich. Der Or Tor Kor Markt nahe Chatuchak ist der sauberste, am besten organisierte Frischemarkt der Stadt und eine echte Alternative zu den chaotischen Touristenpunkten. Holt euch ab Tag eins für jedes Familienmitglied eine Rabbit Card an einer BTS-Station, dann fahrt ihr nahtlos mit U-Bahn und Skytrain. Der Bangkok-Guide von FamiVentura enthält 15 Empfehlungen für Aktivitäten, Essen, abseits der ausgetretenen Pfade und Ausflüge, dazu 2-Tages- und 5-Tages-Reisepläne, einen Vierteführer und einen Survival-Guide.
Wo man übernachtet und wie sich jedes Viertel anfühlt
Sukhumvit
Sukhumvit zieht sich kilometerlang entlang Bangkoks pulsierender Hauptachse: Wolkenkratzer, Einkaufszentren und Straßenimbisse in organisiertem Chaos, das irgendwie funktioniert. Der BTS-Skytrain fährt direkt über der Straße, was Sukhumvit unschlagbar praktisch macht. Jede Station ist ein Sprungbrett ins halbe Stadtzentrum. Für Familien bedeutet das: Shopping-Mall-Leben auf höchstem Niveau. Die nachmittägliche Hitze zwingt sowieso ins Innere, und das Terminal 21 bietet Ablenkung auf mehreren Ebenen, buchstäblich, denn jedes Stockwerk ist einer anderen Weltstadt nachempfunden. Wer Ruhe sucht, fährt Richtung Phrom Phong oder Thonglor: sauberer, grüner, mit besseren Parks. Im Lumpini-Park drehen Familien ihre Morgenrunden um den See, während Warane am Ufer dösen und Tretboote auf Mietbasis warten. Der Verkehrslärm nachts ist real. Obere Stockwerke oder Ohrstöpsel empfehlen sich.
Tipps
Nördlich von Asok (Phrom Phong / Thong Lo) schläft man ruhiger und hat bessere Parks in Gehweite.
Den Lumpini-Park vor 8 Uhr morgens besuchen: Tai-Chi-Gruppen, kaum Touristen und kühle Luft, bevor die Hitze einsetzt.
Nicht direkt am Sukhumvit-Boulevard essen; in die Sois (Nebenstraßen) abbiegen, dort ist das Essen authentischer und deutlich günstiger.
Central convenientFood districtEinkaufenDraußenTransit friendly
Silom-Sathorn
Dieses Finanz- und Geschäftsviertel liegt südlich der Siam-Kreuzung und wirkt eher geschäftsmäßig als touristisch. Entlang der Hauptstraßen dominieren glänzende Bürotürme, aber wer in die Sois abbiegt, entdeckt Bangkoks ruhigere Seite: traditionelle Ladenhäuser, familiäre Restaurants und eine Laufkundschaft, die weder auf Souvenirjagd noch auf Cocktailtouren ist. Der nördliche Eingang zum Lumpini-Park ist fünf Minuten zu Fuß, und der MRT/BTS-Knotenpunkt Silom-Sala Daeng bringt einen in 15 Minuten überall hin. Das Viertel hat mehr Charakter als seine Fassade vermuten lässt: Die Gartenanlagen des Sukhothai Hotels mitten im Quartier, offene Küchen in kleinen Thai-Restaurants, abendliches Leben in den Sois abseits der Hauptachse. Wer die Nähe zu den großen Sehenswürdigkeiten schätzt, ohne im Touristenzentrum zu wohnen, ist hier richtig.
Tipps
Die Sois entlang der Sathorn Road und Convent Road erkunden: Dort finden sich kleine Restaurants, in denen echte Bangkoker zu Mittag essen.
Die Grüne Brücke verbindet Lumpini-Park und Benjakitti-Park zu einem 4-km-Spaziergang ohne eine einzige Straße zu überqueren.
Samstags und sonntags morgens den Wang-Lang-Markt nahe der Memorial Bridge besuchen: lokales Straßenessen, Blumen, kaum Touristen.
Cultural hubQuiet residentialFood districtTransit friendly
Thonglor (Thong Lo)
Thonglor ist das Viertel, in dem Bangkoks stilbewusstes, jüngeres Publikum lebt und ausgeht. Gehobenes Sukhumvit, aber mit eigenem Puls. Entlang der Soi Thong Lo reihen sich angesagte Cafés, Boutique-Restaurants und kleine Galerien. Der BTS hält direkt vor der Tür, und von der Station Thong Lo ist man nie weiter als fünf Minuten Fußweg von etwas Lohnenswerten entfernt. Für Familien ist The Commons entscheidend: ein Einkaufszentrum, das Kinder nicht als Randerscheinung behandelt. Wochenend-Lebensmittelmärkte, Spielbereiche, offene Flächen zum Rennen. Sukhumvit Soi 71 hinter dem Viertel ist eine ruhigere Gasse mit Cafés und kleinen Galerien, die mehr nach echtem Bangkok riecht als nach Mall. Der Verkehr ist entspannter als im südlicheren Sukhumvit-Abschnitt.
Tipps
The Commons ist familienfreundlich konzipiert: Am Wochenende läuft der Foodmarkt, und Kinder haben Platz zum Bewegen.
Der Benjakitti-Park liegt direkt nebenan und ist deutlich ruhiger als der Lumpini-Park. Neuere Spielplätze und Wasserspiele für jüngere Kinder.
Die Sukhumvit Soi 71 zeigt, wie Bangkok aussieht, sobald man die Hauptstraße verlässt: kleinere Ladenhäuser, lokale Familien, alte Holzbars.
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Riverside (Thonburi)
Das Riverside-Viertel liegt am westlichen Ufer des Chao Phraya und hat einen grundlegend anderen Charakter als die Ostseite: ruhiger, grüner, mehr Resortgefühl. Stellenweise wirkt die Gegend noch fast ländlich, mit traditionellen Longtailboot-Vierteln und alten Tempeln, die sich Boutique-Hotels und Flussterrassen-Restaurants teilen. Die meisten Familien logieren im Bereich des Mandarin Oriental oder in kleineren Unterkünften weiter südlich am Fluss. Der entscheidende Vorteil ist der direkte Wasserzugang: Viele Hotels haben Gärten bis ans Flussufer, und von dort aus gelangt man per Longtailboot direkt zum Großen Palast, zum Wat Pho und hinunter nach Asiatique, ohne im Bangkoker Stau zu stecken. Der BTS überquert den Fluss nicht, also kommt man per Boot oder Fähre rüber, was etwas langsamer ist, aber das Gefühl des Entkommens erzeugt.
Transit friendly
Tipps
Ein Hotel mit eigenem Bootssteg buchen oder einen Tages-Charter aushandeln. Das Boot wird dann zur Hauptverkehrsachse zu den Tempeln, ganz ohne Taxi-Chaos.
Die beste Familienzeit am Fluss ist der frühe Morgen (6 bis 8 Uhr): kühlere Luft, aktive Lokalboote, wenig Betrieb. Mittagshitze auf dem Wasser meiden.
Asiatique trotz Flusslage überspringen: Es ist ein als Nachtmarkt verkleidetes Einkaufszentrum. Stattdessen lieber eine Klong-Bootstour durch die Thonburi-Kanäle buchen.