Wenige Städte außerhalb Europas bieten so viel Kultur und urbane Lebendigkeit, und Familien merken schnell, dass das argentinische Tempo, späte Abendessen, lange Mittagspausen und entspannte Parks, überraschend gut zu ihnen passt. Das Museo Xul Solar in Palermo ist genau die Art ungewöhnlicher Entdeckung, auf die Teenager wirklich anspringen, und eine Milanesa in einem Bistro in Almagro wird das Lieblingsessen der Kinder. Ein Tagesausflug per Fähre nach Montevideo oder zu einer Gaucho-Estancia außerhalb der Stadt rundet einen Besuch ab, der weit über Caminito hinausgeht. Die Buenos-Aires-Guides von FamiVentura zeigen euch die lebendigen Viertel, herausragendes Essen und Ausflüge jenseits der üblichen Touristenrouten.
Wo man übernachtet und wie sich jedes Viertel anfühlt
Palermo
Wer durch Palermo schlendert, wird von baumbestandenen Straßen umgeben, wo unabhängige Boutiquen, Designgalerien und Vintage-Läden auf die Bürgersteige überquellen. Das Viertel gliedert sich in Palermo Soho (trendig, belebt mit Restaurants und Nachtleben) und Palermo Chico (wohnlicher, ruhiger, besser für Familien geeignet). In Cafés auf beschatteten Terrassen vergeht die Zeit wie von selbst: Einheimische sitzen zwei Stunden lang über ihrem Cortado, ohne schlechtes Gewissen, Menschen beobachten als Sport. Die Straßen sind größtenteils flach und für Kinderwagen geeignet, wobei unebene Gehsteige Aufmerksamkeit verlangen. Wochentagnorgen sind die beste Zeit; Wochenenden bringen Menschenmassen. Restaurants reichen von entspannt bis gehobener Gastronomie, aber die offensichtlichen Touristenfallen an der Avenida Santa Fe meidet man besser. Die echten Entdeckungen warten in den Seitenstraßen, dort findet man die besten Pizzerien und familiengeführten Lokale, die Einheimische wirklich besuchen.
Tipps
Nachmittage hier verbringen statt früh hinquetschen
Café-Kultur bedeutet: Sitzen und Beobachten ist schon eine Aktivität
Verlaufen in Seitenstraßen lohnt sich, die besten Entdeckungen kommen so
Palermo Chico ruhiger als Palermo Soho für Familien
TrendyEinkaufenCafes
San Telmo
Die Kopfsteinpflastergassen und Kolonialgebäude von San Telmo hüllen einen in das alte Buenos Aires, hier lebt die Bohème-Energie der Stadt wirklich, statt sie nur zu spielen. Der berühmte Antiquitätenmarkt am Plaza Dorrego am Sonntag ist der Herzschlag des Viertels: Einheimische beim Feilschen, spontaner Tango an Straßenecken, Galerien zwischen alten Gebäuden. Street Art und unabhängige Boutiquen säumen die Gassen. Kinderwagen navigieren das Kopfsteinpflaster, sofern man vorsichtig ist, und das Viertel bleibt wohnlich trotz touristischer Aufmerksamkeit. Wochentagnorgen zeigen den echten Ort; an Wochenenden kann es sich mit Straßenkünstlern etwas theatralisch anfühlen. Familiengeführte Restaurants servieren authentisches Essen zu fairen Preisen. Die eigentliche Magie entfaltet sich in den Seitenstraßen, dort stößt man auf winzige Bars, Tango-Clubs, in denen Einheimische wirklich tanzen, und Galerien lokaler Künstler. Anders als bei performativem Tourismus anderer Viertel fühlt sich San Telmo noch immer wie Zuhause für seine Bewohner an.
Tipps
Sonntags für den Antiquitätenmarkt vorbeikommen
Gepflasterte Seitenstraßen für echten Charakter erkunden
Tango-Bars bieten kulturellen Genuss und Unterhaltung
Weniger poliert als Palermo, dafür echter
HistorischArtsyTango
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La Boca
La Boca ist pures visuelles Theater: Reihen von bunt bemalten Wellblechhäusern säumen das Wasser, und die Caminito-Straße ist der Ort, an dem die Geschichte des Viertels lebt. Ja, es ist touristisch, aber aus gutem Grund: Die Farben sind beeindruckend, die Straßenkünstler energetisch, und die Wasserlage bietet etwas, das man anderswo in der Stadt nicht findet. Jenseits der Caminito offenbaren ruhigere Gassen die proletarischen Wurzeln und den echten Charakter des Viertels. Kinderwagen kommen über das unebene Kopfsteinpflaster, wenn man aufpasst. Straßenkünstler erwarten Trinkgeld beim Fotografieren, das ist hier so Usus. Am besten geht man gegen Mittag, um Gedränge zu vermeiden. Restaurants variieren stark in ihrer Qualität: Einige sind Touristenfallen, andere servieren echtes Essen für echte Menschen. Das Viertel ist nicht subtil, Buenos Aires aber auch nicht. Manchmal will man eben die Postkarte, und La Boca liefert sie auf seine eigene authentische Weise.
Tipps
Gegen Mittag hingehen, um den Hauptansturm zu vermeiden
Straßenkünstler erwarten Trinkgeld beim Fotografieren