Tagesausflüge von Wien mit Kindern: die 8 besten und wann man sie macht
Wien ist eine der besten Ausgangsstädte für Ausflüge in Österreich und darüber hinaus. Hier sind die Ausflüge, die sich lohnen, geordnet nach dem Alter der Kinder.

Der übliche Tipp zu Wien lautet: Man muss die Stadt gar nicht verlassen. Für Erwachsene stimmt das. Für Familien ist Wien zwar wunderbar, aber spätestens am dritten Tag brauchen kleine Kinder etwas anderes als noch einen Palast oder noch ein Museum. Dafür ist das Wiener Bahnnetz ideal.
Hier sind die 8 Ausflüge, die sich lohnen, geordnet nach dem, was am meisten zählt: das Alter der Kinder.
Vorab: Das Alter verändert die Rechnung
Ein Ausflug, der mit einem 7-Jährigen perfekt klappt, kann mit einem 2-Jährigen zur logistischen Qual werden. Vor der Wahl des Ziels sollte klar sein, in welche Kategorie die Familie fällt:
- Kleinkinder (0–3 Jahre): Flaches Gelände, draußen, nah an Wien, kurz genug, um vor dem Mittagsschlaf zurück zu sein
- Kinder von 4–12 Jahren: Halten einen langen Ausflugstag durch, interessieren sich für Burgen und Bootsfahrten, stellen Fragen
- Teenager: Brauchen einen Sinn. Geschichte allein reicht nicht. Was funktioniert: Neues entdecken, gut essen, etwas mit eigenen Händen anpacken.
Die meisten Ausflüge unten eignen sich für mehrere Gruppen, haben aber eine klare Hauptzielgruppe.
Die 8 Ausflüge
1. Laxenburg: 20 Minuten, ideal für Kleinkinder
Laxenburg ist der einfachste Ausflug von Wien und der erste, den wir mit einem Kleinkind wählen würden. Bus 200 oder 210 ab Wien Hauptbahnhof (ca. 30 Minuten), dann 5 Minuten Fußweg bis zum Parkeingang.
Der Schlosspark Laxenburg ist genau das, was ein Kleinkind braucht: breite, flache Wege rund um einen künstlichen See, Schwäne, ein Schloss auf einer Insel (die Franzensburg, per Ruderboot erreichbar) und genug offene Wiese, um jeden 2-Jährigen müde zu machen. Im Park gibt es einen Spielplatz und ein Café für die Eltern. Man muss kein einziges Gebäude betreten, wenn das Kind keine Lust hat – der Park selbst ist das Ziel.
Einplanen: 3–4 Stunden. Vor dem Mittagessen zurück, und der Nachmittagsschlaf ist in Wien gesichert.
Ideal für: Kleinkinder, Kinder bis 8 Jahre Nicht geeignet für: Wer eine geführte Besichtigung oder ein unvergessliches Teenie-Erlebnis erwartet
2. Klosterneuburg: 30 Minuten, ideal für einen ruhigen Vormittag
Die S40 ab Franz-Josefs-Bahnhof braucht ca. 30 Minuten nach Klosterneuburg. Das Städtchen liegt an der Donau, und das Stift, das es überragt, beeindruckt sofort: 900 Jahre alt, auf einem Hügel, mit Blick auf den Fluss, der in jedem Alter wirkt.
Die Stiftsführung selbst ist eher für Kinder ab 6 Jahren geeignet (Jüngere verlieren drinnen schnell die Geduld). Aber der Ort lohnt die Fahrt so oder so: Die Donaupromenade ist flach und kinderwagentauglich, es gibt gute Cafés, und die Atmosphäre ist ganz anders als in Wien.
Das ist ein Halbtagsausflug, kein Ganztag. Kombiniert ihn gut mit einem ruhigen Nachmittag in der Stadt.
Ideal für: Kinder von 4–12 Jahren, Familien, die einen unkomplizierten Ausflug wollen Nicht geeignet für: Kinder, die sich für Burgen oder Geschichte überhaupt nicht interessieren
3. Tulln: 50 Minuten, ideal für naturbegeisterte Familien
Tulln ist weniger bekannt als Klosterneuburg und für kleine Kinder eigentlich noch besser. Die Stadt ist der Geburtsort des Malers Egon Schiele (relevant, wenn man kunstinteressierte Teenager dabei hat), aber vor allem punktet sie mit der Landesgartenschau – einem großen Park mit Spielplätzen, einem Dinosaurierbereich und Flusszugang.
S40 ab Franz-Josefs-Bahnhof, ca. 50 Minuten. Die Stadt ist flach, die Flusswege sind kinderwagentauglich, und das Tempo ist spürbar ruhiger als in Wien.
Ideal für: Kleinkinder, Kinder von 4–10 Jahren Nicht geeignet für: Wer bereits in Klosterneuburg war – das Erlebnis kleines Städtchen am Fluss ist ähnlich
4. Baden bei Wien: 35 Minuten, ideal für einen Thermaltag
Baden ist ab Wien Meidling in 35 Minuten mit dem Regionalzug erreichbar. Der Hauptgrund für Familien: die Therme Baden – einer der größten Thermalkomplexe Österreichs mit Wasserrutschen, Kleinkinderbecken und einem separaten Kinderbereich.
Das ist der Ausflug, den man macht, wenn alle einfach mal abschalten müssen. Es gibt nichts Kulturelles, und das ist genau der Punkt. Die Stadt selbst ist hübsch und einen Spaziergang wert, aber die Therme ist der eigentliche Grund, herzukommen.
Ideal für: Kinder ab 4 Jahren, Familien verschiedener Altersgruppen, die eine aktive Auszeit brauchen Nicht geeignet für: Kinder unter 3 Jahren (Sicherheitsregeln in Thermalbädern erschweren den Besuch in diesem Alter)
5. Wachautal und Stift Melk: 90 Minuten, bester Ganztagesausflug für Kinder ab 6
Das ist der beste Tagesausflug von Wien, und zugleich der aufwändigste. Das Wachautal ist ein UNESCO-Welterbe-Abschnitt der Donau: Marillenplantagen, Burgruinen auf Bergrücken, Weinstädte und das Stift Melk, das über dem Fluss thront wie aus einem Märchen.
Die familienfreundlichste Version: ÖBB-Zug ab Wien Westbahnhof nach Melk (ca. 70 Minuten), Vormittag im Stift Melk (das Innere beeindruckt Kinder ab 6 allein durch seine schiere Größe), dann zu Fuß runter zur Donau und mit dem DDSG-Schiff von Melk flussabwärts nach Krems (ca. 90 Minuten Flussfahrt mit Blick auf Marillenhaine und Burgen), dann Zug zurück nach Wien ab Krems.
Die Schiffsfahrt ist das, woran die Kinder sich erinnern. Einen ganzen Tag einplanen: Abfahrt um 8 Uhr, Rückkehr gegen 19 Uhr.
Ideal für: Kinder von 6–14 Jahren Nicht geeignet für: Kinder unter 5 Jahren oder ohne einen kompletten freien Tag, eine abgehackte Version lohnt die Logistik nicht
6. Bratislava: 1 Stunde, ideal für Teenager
Bratislava ist mit dem REX-Zug ab Wien Hauptbahnhof in einer Stunde erreichbar und überrascht alle, die eine öde postsozialistische Stadt erwarten. Die Altstadt ist kompakt und fußläufig, die Burg thront oben mit guter Aussicht, und das Café- und Restaurantangebot hat sich im letzten Jahrzehnt stark verbessert.
Warum das speziell für Teenager funktioniert: Ein anderes Land, eine andere Währung, eine spürbar andere Atmosphäre als Wien, und die Kombination aus Burg und Altstadt gibt ihnen Raum, etwas selbstständiger zu erkunden. Morgens mit dem Zug hinfahren, Altstadt erkunden, Mittagessen (deutlich günstiger als in Wien), rauf zur Bratislavaer Burg, wieder runter, abends Zug zurück.
Für Kinder unter 10 Jahren kommt der Reiz des Grenzübertritts nicht so an, und der Ausflug ist schwerer um etwas Konkretes zu bauen.
Ideal für: Teenager, Familien mit älteren Kindern, die gerne neue Städte erkunden Nicht geeignet für: Kinder unter 8 Jahren oder wenn die Energie für einen langen Reisetag fehlt
7. Semmering: 1 Stunde, ideal für aktive Familien
Der Semmering liegt ca. eine Stunde ab Wien Meidling mit dem ÖBB-Zug, in den Wiener Alpen. Im Sommer gibt es Wanderwege und eine Gondelbahn auf den Hirschenkogel. Im Winter ist er ein Skiort.
Wichtig zu wissen: Das ist ein Wanderziel. Die Gondelbahn macht Spaß und die Aussichten sind toll, aber oben auf dem Berg geht es ums Gehen. Kleinkinder werden wenig damit anfangen können, es sei denn, man trägt sie. Kinder, die gerne draußen sind und ein paar Kilometer bewältigen können, werden es lieben.
Ideal für: Familien mit aktiven Kindern ab 6 Jahren, wandernde Teenager Nicht geeignet für: Kinder, die nicht gehen wollen, oder wenn ein entspannter Ausflug das Ziel ist
8. Mayerling und Heiligenkreuz: 45 Minuten mit dem Auto, ideal für Geschichtsbegeisterte
Dieses Paar ist nur für Familien mit echtem Interesse an Habsburgergeschichte. Mayerling ist der Ort, an dem Kronprinz Rudolf 1889 starb, heute ein Karmeliterinnenkloster, aber die Geschichte selbst ist eine der dramatischsten Europas. Heiligenkreuz ist ein 900 Jahre altes Zisterzienserkloster, das noch voll in Betrieb ist, mit gregorianisch singenden Mönchen und einem Kreuzgang, der Erwachsenen die Sprache verschlägt.
Für dieses Ziel braucht man ein Auto oder ein Taxi ab Baden (kein direkter öffentlicher Nahverkehr). Es ist ruhig, beschaulich und völlig anders als alles in Wien.
Ideal für: Kinder ab 10 Jahren mit Interesse an Geschichte, Erwachsene Nicht geeignet für: Wer Lärm und Bewegung braucht oder Kinder unter 8 Jahren beschäftigen muss
Praktisches: Wie man sich fortbewegt
Alle Zugausflüge oben nutzen das ÖBB-Netz, buchbar unter oebb.at. Eine Wiener Linien-Tageskarte gilt nur in Wien; ÖBB-Tickets für die Ausflüge sind separat. Für Familien mit 4 Personen lohnt es sich, den ÖBB-Familienrabatt zu prüfen (an Wochenenden fahren Kinder unter 15 auf einigen Regionalzügen gratis mit einem Erwachsenen zum Vollpreis).
Bratislava hat ein eigenes Ticket (das ÖBB Bratislava-Ticket ist für die Hin- und Rückfahrt vergünstigt).
Für Mayerling und Heiligenkreuz: Mietwagen ab Wien oder Taxi ab Baden.
Der vollständige Wien-Guide
Die Ausflüge sind das Ventil. Die Stadt selbst (der Schönbrunner Tiergarten, der Dinosauriersaal des Naturhistorischen Museums, der Prater, der Stadtteilguide zum Wohnen) ist im Wien-Familienguide auf FamiVentura.
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